Greenwashing

Greenwashing

Lesezeit: 3 Minuten

Ich gebe zu: Das heutige Thema ist wohl kein Übliches für meinen Blog. Dennoch liegt es mir am Herzen. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, mich gemeinsam mit Dir dem Thema Greenwashing zu nähern. Was ist das überhaupt? Wieso betreiben Unternehmen Greenwashing, wie kannst Du es erkennen und warum ist das eigentlich doof?

Ich versuche in meinem Alltag auf Nachhaltigkeit zu achten. Und weiß deshalb auch, wie kompliziert das werden kann. Ich bin bei weitem kein Heiliger und fahre zum Beispiel zu gerne Auto, als dass ich komplett auf ÖPNV umsteigen möchte. Beim Einkaufen versuche ich mich auf nachhaltige Lebensmittel zu beschränken – was mir aber leider auch nicht immer gelingt.

Was ist Greenwashing?

Für viele Unternehmen spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle. Sie sind sich ihrer Verantwortung als Produzenten bewusst und versuchen, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Aber es gibt auch einige Unternehmen, die Nachhaltigkeit und ihr „Grün-Sein“ nur als Image Kampagne sehen und dabei schummeln.

Unternehmen in allen Branchen schmücken sich mit schönen Worten wie Umweltliebe, Klimaschutz oder grüner Lifestyle. Aber nicht jeder, der das behauptet, ist auch tatsächlich nachhaltig. Manche Unternehmen wollen Dir das nur vorgaukeln. Und zwar mit Kalkül.

Laut einer Studie von Deloitte rückt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr in den Vordergrund für die Konsumenten. Bereits ein Drittel entscheidet sich bewusst gegen eine Marke, sollte diese nicht nachhaltig erscheinen.

Welche Methoden zum Greenwashing gibt es?

Laut Wikipedia gibt es einige typische Greenwashing-Methoden von Unternehmen.

Genannt werden dort

  • Versteckte Zielkonflikte: Ein Produkt wegen einer einzelnen Eigenschaft als umweltfreundlich bewerben, obwohl andere Produkteigenschaften umweltschädlich sind.
  • Fehlende Nachweise: Aussagen treffen, die nicht durch unabhängige Stellen verifiziert oder durch aussagekräftige Studien belegt werden können.
  • Vage Aussagen: Unklar definierte Begriffe verwenden, die leicht missverstanden werden können.
  • Irreführende oder symbolische Labels: Von unseriösen Instituten stammende oder selbst erfundene Labels verwenden, die praktisch keinen Aussagewert haben.
  • Irrelevante Aussagen: Aussagen treffen, die zwar stimmen, aber keinen Aussagewert haben. (Beispiel: Ein Produkt wird mit der Aussage FCKW-frei beworben, obwohl dies nur gesetzliche Vorgaben umsetzt).
  • Kleineres Übel: Ein Produkt mit einem noch weniger umweltfreundlichen Produkt vergleichen, um es in besserem Licht erscheinen zu lassen.
  • Unwahrheiten: Faktisch unzutreffende Werbebotschaften senden (Beispiel: Es wird ein Bio-Siegel verwendet, obwohl das Produkt gar nicht für dieses Siegel zertifiziert wurde).
  • Deep Greenwash: Unternehmen versuchen durch Lobbyismus auf politische Entscheidungsträger einzuwirken, um etwa die Verbindlichkeit von Umweltvorgaben abzuschwächen und eine Selbstregulierung durchzusetzen.
  • Fehlende Aktivitäten: Unternehmen betonen symbolisch die Relevanz von Nachhaltigkeit, können aber tatsächlich kaum Aktivitäten aufweisen, um dies zu untermauern.
  • Fremde Aktivitäten: Ein normaler technischer Fortschritt oder ein zugekauftes Verfahren oder eine Technik werden als unternehmenseigener Erfolg verkauft. (Beispiel: Eine gesetzlich vorgeschriebene Verringerung der CO₂-Emissionen wird als Eigenleistung des Unternehmens ausgegeben)

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Greenwashing#Methoden)

Ein paar davon möchte ich gerne näher betrachten:

Vage Aussagen und Grüne Sprache

Bestimmte Wörter verbinden wir alle mit den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Beispiele sind „grün„, „Natur„, oder „kontrollierter Anbau„. Viele solcher Begriffe sind jedoch nicht rechtlich geschützt. Jeder kann sie also verwenden, wie er möchte. Es hat einfach keine Bedeutung.

Es gibt aber auch geschützte Begriffe, wie z. B. „Bio“ oder „ökologisch„. Hersteller dürfen ihre Produkte nur dann damit bewerben, wenn Produkte nach den EU-Richtlinien des ökologischen Landbaus erfolgen.

Siegel

Hier verhält es sich ähnlich wie mit der grünen Sprache. Manche Unternehmen verwenden Siegel, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Sie sagen einfach rein gar nichts über die Nachhaltigkeit von Produkten aus.

Es ist schwer bei all diesen vielen (Fantasie-)Siegeln, den Überblick zu behalten. Ich möchte Dir daher die Website Siegelklarheit oder Label-Online empfehlen.

Manchmal werden auch „echte“ Siegel verwendet, obwohl das Quatsch ist. Manche Kosmetikprodukte werben zum Beispiel damit, dass sie nicht an Tieren getestet wurden. Dabei ist das in der EU bereits seit 2013 verboten. Es ist also selbstverständlich (weil verboten)…

Nachhaltigkeit durch Konsum

Viele Verbraucher:innen erkennen grün gewaschene Bilder, Sprache oder Siegel mittlerweile immer besser. Daher „müssen“ Unternehmen subtiler vorgehen. So bieten viele Unternehmen beispielsweise an, den CO²-Abdruck eines Produktes für Dich freiwillig zu kompensieren. Sie suggerieren damit, dass Du weiterhin viel konsumieren kannst, das Unternehmen gleicht das ja für Dich aus.

Das nimmt dir zwar das schlechte Gewissen, hilft aber dem Klima nur bedingt. Denn solche Möglichkeiten führen eher dazu nach wie vor zu viel zu konsumieren, anstatt den Konsum einzuschränken und damit das Klima tatsächlich zu schonen.

Einzelne Produkte hervorheben

Besonders eklig wird es, wenn Unternehmen einzelne nachhaltige Produkte oder Initiativen besonders stark in den Vordergrund rücken, andererseits aber der Umwelt massiv schaden.

Häufig vertreibt ein Unternehmen verschiedene Marken, die wir als Verbraucher nicht unbedingt in Verbindung miteinander bringen. Wusstest Du z. B., dass die Marken Axe, dusch das, Ben & Jerry’s und Knorr alle zum niederländisch-britischen Konzern Unilever gehören?

Ich möchte das nicht konkret dem genannten Konzern vorwerfen, aber es gibt Unternehmen, die eine Öko-Marke im Angebot haben und der Rest der Produktpalette eben nicht nachhaltig ist.

Fazit

Im Alltag ist es sehr schwierig Greenwashing zu erkennen. Was kannst Du also tun?

  • Achte auf geschützte Siegel und Begriffe.
  • Informiere dich nach und nach über die Marken, die du häufig kaufst.

Viel Erfolg!

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