Satanische Botschafen in Rocksongs

Lesezeit: 4 Minuten

Kleiner Spoiler vorweg: Heute begeben wir uns gemeinsam in den Boulevard, wenn Dir das zuwider ist, darfst Du gerne an dieser Stelle das Lesen beenden. Falls du aber Lust hast ein paar ganz stumpfe und unnütze Informationen zu erhalten, dann sollte Du weiterlesen. 😉

The Beatles – Revolution 9

Wir schreiben das Jahr 1969. Und zwar Montag, den 27. Oktober. An diesem Tag rief ein „investigativer“ Höhrer bei seinem Lieblingsradiosender an und behauptet, dass er einer Verschwörung auf die Schliche gekommen sei. Er behauptet, Paul McCartney sei bereits seit 1966 tot. Der Beatle sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen und danach durch einen Doppelgänger ersetzt worden. Als Beweis führte der Anrufer an, dass beim Song „Revolution 9“ vom „White Album“ der Satz „Turn me on, dead man“ zu verstehen sei, wenn man das Lied rückwärts abspielen würde. Es handle sich dabei um eine versteckte Nachricht, die die Vertuschung bestätigen würde.

The Beatles – Revolution 9

Es entstand ein Flächenbrand mit immer weiteren Theorien um versteckte Rückwärtsbotschaten in Rocksongs.

Queen – Another one bites the Dust

Auch der 1980 veröffentliche Kultsong „Another one bites the Dust“ vom Album „The Game“ von Queen soll eine versteckte Botschaft enthalten. Freddie Mercury höchstselbst ruft darin nämlich zum Drogenkonsum auf, in dem er – wenn man den Song rückwärts abspielt – die Aussage „It’s fun to smoke marijuana“ wiederholt.

Queen – Another one bites the Dust

AC/DC – Highway to Hell

Die allgemeine „Rückwärts-Aufregung“ erreichte ihren Höhepunkt, als der Serienkiller Richard Ramirez nach der Ermordung von 14 Menschen erklärte, dass er durch das Album „Highway to Hell“ von AC/DC zum Töten animiert worden wäre. Rückwärts gehört seien nämlich solche Aufforderungen beim gleichnamigen Lied der Platte zu hören.

AC/DC erklärte damals, dass man dazu das Album auch vorwärts hätte abspielen können. Schließlich hieße es ja schon „Highway to Hell“, da müsse man nichts rückwärts verstecken.

Kannst Du beim Rückwärtshören irgendwelche Botschaften finden?

AC/DC – Highway to Hell

Pink Floyd – Empty Spaced

Pink Floyd ist in dieser List eine kleine Ausnahme. Sie haben in ihrem Song „Empty Spaces“ aus dem 1979 erschienenen Konzeptalbum „The Wall“ nämlich mit Absicht eine Botschaft versteckt. Das gesamte Album erzählt die Geschichte von Pink, den man laut Rückwärtsnachricht kontaktieren solle. Hier die komplette Nachricht: „Congratulations. You have just discovered the secret message. Please send your answer to Old Pink, care of the Funny Farm, Chalfont… Roger! Carolyne’s on the phone! -Okay.“

Pink Floyd – Empty Spaced

Linkin Park – Announcment Service Public

Anscheinend haben sich nicht nur alte Rocklegenden mit geheimen Botschaften beschäftigt. Aber Linkin Park kann man nun wirklich nicht vorwerfen, dass Satan persönlich ihnen eine Nachricht mitgegeben hätte. Im Song „Announcment Service Public“, erschienen 2006 auf dem Album „Underground 6.0“ – wollen Linkin Park ihren Fans wohl vielmehr Manieren beibringen. Die Botschaft lautet nämlich „You should brush your teeth and you should wash your hands“.

Linkin Park – Announcment Service Public

Led Zeppelin – Stairway to Heaven

Im Gegensatz zum Titel soll es sich bei dem wohl berühmtesten Song von Led Zeppelin nicht um eine Treppe zum Himmel, sondern dem direkten Weg in die Hölle handeln.

Der Legende nach soll Robert Plant „Stairway to Heaven“ nicht alleine geschrieben haben. Währenddessen war auch der Leibhaftige Satan anwesend und hatte seine Finger mit im Spiel. Wie sich Satan in dem Song verewigt hat, kannst Du erkennen, wenn du ihn rückwärts laufen lässt: „Oh here’s to my sweet Satan. The one whose little path would make me sad, whose power is Satan. He will give those with him 666. There was a little toolshed where he made us suffer, sad Satan.“

Die Band hat sich zu dem Thema übrigens nie offiziell geäußert…

Led Zeppelin – Stairway to Heaven

Nirvana – Smells like Teen Spirit

Nirvana haben in ihrem Kulthit „Smells like Teen Spirit“ gleich zwei geheime Botschaft versteckt. Der Song erschien 1991 auf dem Erfolgsalbum „Nevermind“. Die erste Nachricht lautet „John Dillinger died for you“. Gemeint sein soll John Dillinger, ein Gangster und Bankräuber, der in den 30er Jahren zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt wurde. Durch den Verrat seiner Freundin wurde er von der Polizei gefasst und erschossen.

Die zweite Botschaft soll angeblich „Say yes to me, what are you doing, say yes to me, I am bruised too much“ zu hören sein. Worauf sich diese Nachricht bezieht ist aber nicht bekannt.

Auch Nirvana hat sich nie offiziell zu den angeblichen geheimen Botschaften geäußert.

Nirvana – Smells like Teen Spirit

Eagles – Hotel California

Auch bei den Eagles hatte der Teufel einen Teil zu einem Song beigetragen. Und nicht nur das, er scheint sogar selbst Fan des Songs „Hotel California zu sein: „Satan he hears this. He had me believe“ ist die versteckte Botschaft in diesem Kulthit.

Eagles – Hotel California

Die Ärzte – Westerland

Ordinäre Texte sind wir von den Punkrockern aus Berlin ja eigentlich gewohnt. Bei ihrem Song „Westerland“ haben sie uns ebenfalls eine Rückwärtsnachricht hinterlassen. Eine ordinäre noch dazu: „Auf Westerland hängt den Frauen die Brust voller Titten“. Das Lied vom Album „Das ist nicht die ganze Wahrheit…“ ist also eine Ode an die Stadt auf Sylt und gleichzeitig auch an ihre Bewohnerinnen. 😉

Die Ärzte – Westerland

Pink Floyd – Another Brick in the Wall

Zum Abschluss nochmal Pink Floyd. Diesmal aber keine Rückwärtsbotschaft, sondern eine Verschwörungstheorie der besonders makaberen Art.

Bei den Aufnahmen von Pink Floyds „The Wall“ 1979 war ein deutscher Tontechniker namens Peter Fischer beteiligt. In einer Nacht saß er alleine am Mischpult und mischte die Platte ab. Am nächsten morgen war er verschwunden und wurde wenig später tot auf. Er hatte sich auf dem Dachboden des Studios erhängt.

Roger Waters fiel eine Veränderung in dem Text des Liedes „Another Brick in the Wall“ auf, für die eigentlich nur Peter Fischer verantwortlich sein konnte. Der Text des Kinderchores lautet nicht mehr „All in all it’s just another brick in the wall“ sondern „Hol ihn, hol ihn unters Dach“ zu hören.

Weitere Recherchen ergaben, dass der genannte Tontechniker in einem Waisenhaus aufgewachsen sei, wo er schwer misshandelt und auf dem Dachboden eingesperrt wurde. Aus Pietätsgründen entschied sich Pink Floyd dazu, die Aufnahme nicht mehr zu ändern…

Pink Floyd – Another Brick in the Wall

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1 Comment

  • Rippchen mit Kraut on 14. Juni 2019

    Guter Artikel.

    Ein Hinweis auf den Sketch „Satanische Botschaft“ von Badesalz (auf dem 1990er Album „Och Joh“) muss aber unbedingt rein.

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