Prioritätensetzen mit ‚DOG‘

Prioritätensetzen mit ‚DOG‘

Lesezeit: 3 Minuten

Ich persönlich bin in meinem Job eigentlich ziemlich fremdgesteuert. Allerlei Menschen aus verschiedenen anderen Abteilungen fragen bei uns SEs um Unterstützung an. Egal ob Vertrieb, Marketing, Partner Management oder in direktem Kontakt mit unseren Kunden, unser Job besteht häufig darin andere Kolleg:innen mit unserer technischen und fachlichen Expertise zu unterstützen. Komischerweise bin ich dennoch der Meinung, dass wir als SEs ein sehr hohes Maß an Flexibilität besitzen. Aber darum soll es heute nicht gehen, sondern eher um die vielen Anfragen, die uns immer wieder erreichen.

Je nach (Personal-)Situation ist es nicht immer möglich auf alle Anfragen gleichermaßen zu reagieren. Und auch wenn ich – vermutlich durch mein Naturell – versucht bin allen Anliegen nachzugehen, um mein Harmoniebedürfnis zu stillen, ist das natürlich nicht immer möglich. Ich muss Prioritäten setzen. Genauso wie Du das vermutlich jeden Tag mehrmals tun musst.

Will it Make The Boat Go Faster?

Im Jahre 1998 hat die Mannschaft des britischen Ruder-Achters sich dazu entschlossen, jede ihrer Aktivitäten einer einzigen Frage unterzuordnen: „Will it Make The Boat Go Faster?“. Sie änderten wie sie arbeiteten und wie sie zusammenarbeiteten und fokussierten sich voll und ganz auf ihre Performance und die Ergebnisse, die sie sich erhofften.

18 Monate später holte der Britische Ruder-Achter olympisches Gold in Sydney.

DOG

Wenn Du zu viel auf dem Tisch hast, könnten diese Fragen Dir helfen:

  1. Solltest wirklich Du alle diese Aktivitäten tun?
  2. Gibt es jemand anderen, der sie tun könnte?
  3. Übernimmst Du diese Aufgaben, weil sie dir Spaß machen, oder weil sie Teil Deines Jobs sind?
  4. Womit solltest Du wirklich Deine Zeit verbringen?
  5. Wie kannst Du es ändern? (z. B. durch „Nein“ sagen)

Die meisten Anfragen und Aufgaben, die Du erhältst kannst Du im Grunde in drei Kategorien einteilen:

  • Distraction (Ablenkung)
  • Objective (Ziel)
  • Gain (Gewinn)

Eine Distraction ist etwas, das Dich ablenkt. Es ist eine Aufgabe, die außerhalb Deiner wichtigsten Prozesse und Deines Aufgabenbereichs liegen. Diese Aufgaben machen das Boot nicht schneller.

Ein Objective, also ein Ziel, ist definitiv etwas, das das Boot schneller macht. Aber Achtung, ab und an verkleiden sich Ablenkungen als Ziele.

Die letzte Kategorie ist Gain, also der Gewinn. Und diese Kategorie ist natürlich am interessantesten. Aufgaben in dieser Kategorie machen das Boot definitiv schneller. Gains können entweder kurzfristig taktisch oder langfristig strategisch sein. Auf jeden Fall solltest Du aufpassen, sie nicht zu übersehen. Manchmal geht das sehr leicht, wenn Du damit beschäftigt bist, die Distractions von den Objectives auseinander zu halten.

Es ist natürlich obligatorisch zu sagen, dass Objectives und Gains etwas Gutes sind, Distractions sind es aber nicht und Du solltest sie vermeiden.

Selbsterkenntnis

In der Theorie klingt das doch alles schön und gut, oder? Aber wie kannst Du ‚DOG‘ in Deinen Alltag integrieren?

Ich persönlich habe mir einen kleinen Zettel ausgedruckt, der an meinem Monitor hängt. Bei jeder Anfrage schaue ich auf diesen Zettel und versuche die daraus resultierende Aufgabe in eine der DOG-Kategorien einzuteilen.

Darüber hinaus können Dir folgende Fragen bei der Einordnung helfen:

  • „Was passiert, wenn ich das nicht mache?“
    Manchmal passiert dann einfach gar nichts, manchmal wird es jemand anderes für dich erledigen und manchmal ist es sogar der Job von jemand anderem.
  • „In einer Stunde von jetzt: Habe ich das Gefühl, es war gut genutzte Zeit für mich?“
    Ein sehr schöner Filter für interne Meetings. 😉
  • „Brauchen wir wirklich die gesamte Zeit?“
    Ein Meeting nutzt meistens die gesamte Zeit für die es anberaumt wurde. Aber mit einer Agenda funktionieren vielleicht auch mal 24- oder 48-Minuten Termine. 😉
  • „Will This Make The Boat Go Faster?“

Ein Gedanke zu „Prioritätensetzen mit ‚DOG‘

  1. Super interessant! DOG klingt gerade für mich nach dem Schlüssel, um langfristig Freude und Erfolg im Job zu haben. Wenn eine systematische Einordnung bei Grenzen-setzen hilft, stellt sich dennoch die Frage, ob immer das Eine bzw. immer das Andere wirklich nachhaltig ist. Wahrscheinlich braucht man eher eine gesunde Mischung aus den 3 Kategorien, um bei der Erreichung von Geschäftszielen auch Abwechslung und Integrität zu finden.

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