Die vier Produktivitäts-Typen

Lesezeit: 3 Minuten

Da draußen gibt es zahlreiche Experten für Produktivitäts-Tipps, Coaches, Mentoren und Trainer, die absolut alles über Zeitmanagement und Produktivität wissen. Wie Du vielleicht weißt, beschäftige auch ich mich immer mal wieder mit diesen Themen, versuche meine Arbeitsabläufe zu optimieren oder (noch besser) zu automatisieren. Leider musste ich schon einige Male feststellen, dass meine ach so tollen Tipps und Hinweise bei anderen Menschen in meinem Umfeld (Freunde, Arbeitskollegen, etc.) nicht sonderlich fruchten.

Vermutlich liegt das vor allem daran, dass Menschen eben blöderweise unterschiedlich sind und unterschiedlich ticken. Nicht jeder ist gleich und nicht für jeden helfen die gleichen Produktivitäts-Tipps wie für andere.

Das führt uns zu dem Gedanken, dass es verschiedene Produktivitäts-Typen gibt. Es braucht also individuelle Ansätze, also Arbeitsstrategien, die sich an unseren eigenen kognitiven Stilen orientieren und unseren Stärken und Vorlieben entsprechen. Insgesamt gibt es vier unterschiedliche Produktivitäts-Typen, die ich Dir im folgenden gerne vorstellen möchte. Und wozu? Naja, wenn Du weißt, welcher Produktivitäts-Typ Du bist, kannst Du im Einklang mit Deinen natürlichen Neigungen arbeiten und die Tools und Werkzeuge verwenden, die am besten zu Deinen Fähigkeiten passen.

Der Priorisierer

Nummer ein Tool für den Priorisierer ist der logische Verstand. Er wird sich immer auf das analytische, faktenbasierte, kritische und realistische Denken verlassen. Der Priorisierer plant Zeiten für seine Aufgaben ein, um seine Tagen und Wochen möglichst genau planen zu können. Er (oder sie) erreicht keine Ziele, die er nicht erreichen möchte und ist in der Lage jedes Ziel zu erreichen, welches ihm attraktiv scheint.
Der Priorisierer fokusiert sich weitestgehend auf die Ausführung und Erledigung, viel weniger auf das „Wie“. Er hasst Plaudereien und eine fehlende Datenbasis. Seine E-Mails bestehen meistens aus wenigen Sätzen oder sogar nur wenigen Wörtern.

Beiträge an sein Team

  • Analysieren von Daten
  • logische Problemlösung
  • Zielorientierung, Konsistenz und Entschlossenheit

Tools

Der Planer

Der Planer fokussiert sich auf das organisierte, sequentielle, geplante und detaillierte Denken. Im ersten Moment kann ein Planer wie ein Priorisierer erscheinen. Der Planer taucht jedoch in die Details einer Projekts ein, während sich der Priorisierer nur denjenigen Details widmet, die ihm helfen, das Projekt schnell und präzise abzuschließen. Der Planer steht auf Kalender und Projektplanungs-Tools.

Planer sind nicht unbedingt für ihre Spontanität bekannt, haben aber schon manche Projekte positiv abgeschlossen, weil sie zu widerstandsfähig sind, um von ihren Plänen abzuweichen. Sie schreiben manchmal bereits Erledigtes auf ihre Todo-Liste, nur um es danach durchzustreichen. Meetings ohne Tagesordnung finden sie blöd und ihre E-Mails sind detailliert, oft mit Listen und klar definierten nächsten Schritten.

Beiträge an sein Team

  • Handlungsorientierung und Praktibitlität
  • Auffinden von übersehenen Fehlern in Plänen oder Prozessen
  • Organisation und Pflege von Daten und Projektplänen

Tools

  • Toodledo, um eigene Listen zu erstellen und Tasks im Kalender zu betrachten.
  • Agendas, um interaktive Tagesordnungen zu erstellen und mit iPad Usern zu teilen.
  • Textmarker, Aktenordner, Stifthalter und anderes Büromaterial

Der Arrangeur

Ein typisches soziales Wesen. Er liebt das emotionale Denken und ist der ultimative Teamplayer. Sie erledigen Aufgaben lieber gemeinsam mit einem Kollegen als ganz alleine und sind ein natürlicher Kommunikator. Arrengeure sind Redner, sie lieben Geschichten, Augenkontakt und persönliche Begegnungen. Ihnen ist wichtig, wieso ihre Aufgaben anderen helfen und welche Probleme sie damit lösen. Der Arrangeur tut sich ab und an schwer, nicht noch mehr Leute in die CC-Zeile hinzuzufügen.

Beiträge an sein Team

  • Einfühlungsvermögen
  • Erleichterung der Teaminteraktion
  • Ideen verkaufen und überzeugend sein

Tools

  • brain.fm (dazu gibt es bereits einen Artikel in meinem Blog)
  • Trello, ein Kanban-Board zum organisieren Deiner Aufgaben
  • Optisch und kinästhetisch ansprechende Büromaterialien, wie z. B. Moleskin-Notizbücher und Stife in unterschiedlichen Farben

Der Visualizer

Ein Visualizer bevorzugt ganzheitliches, intuitives und integrierendes Denken. Sie brauchen einen gewissen Druck und langweilen sich schnell, wenn sie nicht mit mehreren und vielfältigen Projekten jonglieren. Sie neigen manchmal dazu Details zu übersehen. Ihre Spontanität und Kreativität kann zu bahnbrechenden Ideen führen, aber manchmal auch Projektpläne zunichte machen. Die Oberfläche seines Schreibtisches ist vermutlich seit Jahren nicht mehr zu sehen. Seine E-Mails sind lang und voller Konzepten und Ideen.

Beiträge an sein Team

  • Innovation
  • Kreative Problemlösung
  • Erkennt neue Chancen und Ideen

Tools

  • Lifetick: Ein visuelles Tool, um eine „Bucket-List“ mit Lebensträumen und -zielen anzulegen
  • Xmind, ein Mind Map Tool
  • WriteMonkey: Eine Schreibsoftware mit einer sehr minimalistischen Oberfläche, damit Du Dich komplett aufs Schreiben fokussieren kannst.
  • Post-It-Zettel in verschiedenen Farben, farbige Ordner, Whiteboards

Es handelt sich bei den Produktivitäts-Typen natürlich um Stereotypen, keine Sorge, wenn Du Dich in mehreren davon wiederfindest. Nutze Tools aus allen vier Bereichen, mische sie zusammen und finde die Konstellation, die Dir am besten gefällt. Es geht darum eine Idee dafür zu bekommen, was Dir im Bereich Produktivität gut tut und wie du Dich gut aufstellen kannst.

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